Ciceroʼs Lame Pegasus. Humanists and Classicists on the Poetic Experiments of the Master of Rhetoric

  • Katarzyna Marciniak University of Warsaw Artes Liberales
Keywords: Cicero, Cicero’s poetry, Latin literature, Rhetoric, Seneca the Elder, Virgil, Petrarch, Erasmus of Rotterdam, Voltaire, Classical Studies

Abstract

ENGLISH

The stereotypical image of Marcus Tullius Cicero as the best orator and the worst poetaster in the history of literature was born as far back as in Antiquity. It swiftly spread with the development of instituted schooling and became an integral part of the portrayal of Graeco-Roman culture, passed down from generation to generation within Western civilization. In the present paper we shall outline the characteristics of the stereotype of Cicero the Poet along with its influence on Classical Studies and humanistic culture writ large. Special focus will be put on extracting the very roots of this stereotype. Furthermore, it will be shown that the particular case of Cicero the Poet ought to be reconsidered in the context of a wider process we have been witnessing in recent times: the disintegration of traditional models which, paradoxically, offers many appealing opportunities for Classical Studies to better understand the past and to develop in new, groundbreaking directions.

 

GERMAN

Das stereotype Bild von Marcus Tullius Cicero als dem größten Meister der Rhetorik und dem schlechtesten Poetaster in der Geschichte der Literatur entstand bereits in der Antike. Es verbreitete sich schnell durch die Vermittlung der Schulen und wurde zu einem festen Bestandteil der griechisch-römischen Kultur, der in der abendländischen Tradition von Generation zu Generation weitergegeben wurde. In diesem Beitrag werden die Grundzüge des Stereotyps von Cicero dem Dichter vorgestellt sowie dessen Einfluss auf die Klassische Philologie, die Geisteswissenschaften und die humanistische Kultur im Allgemeinen. Ein besonderer Schwerpunkt wird darauf gelegt, zu den eigentlichen Wurzeln dieses Stereotyps vorzudringen. Darüber hinaus wird gezeigt, dass der besondere Fall von Cicero dem Dichter im Kontext eines breiteren Prozesses neu überlegt werden sollte, den wir in jüngster Zeit miterleben: den zunehmenden Zerfall der traditionellen Modelle, der, paradoxerweise, viele ansprechenden Möglichkeiten für die Entwicklung der Klassischen Philologie bietet, um unser Wissen über die Vergangenheit zu bereichern und neue bahnbrechende Forschungsperspektiven zu eröffnen.

Published
2015-12-28